MOSES-Auftaktveranstaltung

MOSES-Auftakt mit über 100 Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung, Politik und Praxis

Das neue Beobachtungssystem MOSES wurde am 21. Juni in Berlin Vertretern aus Forschung, Politik und Praxis vorgestellt: Von 2017 bis 2021 entwickeln die Helmholtz-Zentren des Forschungsbereichs „Erde und Umwelt“ das mobil und flexibel einsatzfähige Mess-System, das darauf ausgerichtet ist, hochdynamische Ereignisse wie beispielsweise Starkregen und Hochwässer oder Hitzewellen und Dürren zu erfassen. Ab 2022 soll MOSES dann für den regulären Einsatz bereit stehen. In den Aufbau der Forschungsinfrastruktur investiert die Helmholtz-Gemeinschaft ca. 28 Millionen Euro.

Im Zentrum der Veranstaltung standen die Forschungsziele der Initiative sowie die technische Innovation und Einsatzmöglichkeiten des modular konzipierten Beobachtungssystems. Dabei ging es auch darum, bereits zu Beginn der 5-jährigen Entwicklungsphase Anknüpfungspunkte für Kooperationen mit Interessenten aus Forschung und Praxis vorzustellen und zu diskutieren.

Die Präsentationen der Redner können über die folgenden Links abgerufen werden: 

Prof. Reinhard F. Hüttl (Forschungsbereichskoordinator und Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft, GFZ) stellt die Mission und Kennzahlen der laufenden Programmperiode sowie die strukturelle Weiterentwicklung des Forschungsbereichs „Erde und Umwelt“ vor: Die sieben beteiligten Zentren bündeln ihre Kompetenzen zukünftig in einem gemeinsamen Programm „The Changing Earth – Sustaining our Future“. Zur Präsentation (PDF 1,8 MB)

Prof. Georg Teutsch (Wissenschaftlicher Geschäftsführer des UFZ, federführendes Zentrum für MOSES) zeigt neue Wege der Erdbeobachtung: Technischer Fortschritt in der Sensorentwicklung und die internationale Vernetzung von Observatorien erlauben zunehmend die Verwirklichung von systemorientierten Beobachtungskonzepten, mit zeit- wie raumübergreifenden Komponenten. Zur Präsentation (PDF 2,2 MB)

Dr. Ute Weber (Projektleiterin von MOSES, UFZ) fasst die Ziele und das Einrichtungskonzept von MOSES zusammen: Beobachtungsdaten und Forschungsergebnisse zeigen, dass Ereignisse wie Hochwasser oder Hitzewellen das Potenzial haben, Erde und Umwelt langfristig zu verändern. Und es ist davon auszugehen, dass solche Wetterextreme in Zukunft häufiger auftreten. Mit dem neuen  Beobachtungssystem sollen die direkten Auswirkungen mit einem systemorientierten Ansatz erfasst und die langfristigen Folgen untersucht werden. Für den Erfolg von MOSES sind Kooperationen mit der Forschungsgemeinschaft und Praxis maßgeblich; Interessenten sind eingeladen, sich an der Planung und Durchführungen von Testkampagnen zu beteiligen. Zur Präsentation (PDF 1,6 MB)

Prof. Hans Peter Schmid (Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung - Atmosphärische Umweltforschung am KIT, Mitglied der MOSES-AG Hitzewellen) veranschaulicht am Beispiel der Hitzewelle 2003 in Europa die Forschungsthemen, die im Rahmen von MOSES-Kampagnen für Hitzewellen und Dürren untersucht werden: Einfluss auf die Leistungsfähigkeit aquatischer und terrestrischer Ökosysteme, Beeinträchtigung von Luft- und Wasserqualität, Verbesserung der Vorhersagbarkeit von Hitzewellen. Erste Testkampagnen werden im Sommer 2018 und von Frühjahr bis Sommer 2019 durchgeführt. Zur Präsentation (PDF 3,2 MB)

PD Julia Boike (Leiterin der AG Energie- und Wasserbilanz Permafrostforschung am AWI, Koordinatorin der MOSES-AG Permafrost) führt aus, dass mit der Klimaerwärmung große Bereiche des arktischen Permafrosts auftauen. Dieses Auftauen verläuft aber nicht gleichförmig, sondern man beobachtet plötzliche und begrenzte „Hot Spots“, die einen bedeutenden Teil der prognostizierten arktischen Treibhausgas-Emission ausmachen können. Ab Sommer 2018 werden solche „Hot Spots“ mit MOSES-Testkampagnen erforscht. Zur Präsentation (PDF 2,7 MB)

Prof. Dietrich Borchardt (Leiter des Themenbereichs Wasserressourcen und Umwelt am UFZ, Koordinator der MOSES-AG Hydrologische Extreme) zeigt anhand des unterschiedlichen Verlaufs von Hoch- und Niedrigwassersituationen an der Elbe die direkten Auswirkungen auf die Wasserqualität vom Oberlauf bis zur Küste. So wurden im Mai/Juni 2013 während des Elbehochwassers 5 – 50fach erhöhte Flussfrachten gemessen. Ein beträchtlicher Teil der Jahresfrachten an Düngern und Schadstoffen gelangte in die Elbe und das Mündungsgebiet. Als Folge entwickelte sich Sommer 2013 eine Algenblüte an der Nordseeküste. Im Rahmen von MOSES-Testkampagnen werden ab Frühjahr 2019 die Entstehung von Hydrologischen Extremen (Starkregen und Hochwasser, Niedrigwasser) sowie deren Auswirkungen untersucht. Zur Präsentation (PDF 2,0 MB)

Prof. Burkard Baschek (Leiter am Institut für Küstenforschung des HZG – Bereich Operationelle Systeme, Koordinator der MOSES-AG Ozeanwirbel) stellt aktuelle Forschungsergebnisse zur Bedeutung von Ozeanwirbeln für den Energie- und Nährstoffkreislaufs der Weltmeere vor: Während die großen Wirbel mit über 100 km Durchmesser an der Meeresoberfläche gut beobachtet werden können, ist über kleinere Wirbel bislang wenig bekannt. Es gibt aber zunehmend Hinweise, dass sie den marinen Nähstofftransport und damit die Primärproduktion, die Entwicklung von Nahrungsnetzen und so auch die Kohlendioxid-Aufnahme der Meere maßgeblich steuern. Ab Herbst 2019 sollen diese kleinen, hochdynamischen Wirbel mit MOSES-Testkampagnen erforscht werden. Zur Präsentation (PDF 2,3 MB)

 

Ute Weber, 5. Juli 2018

 

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